Deutsche Bahn setzt auf Kunst im öffentlichen Raum: Berliner U-Bahn-Stationen erleben künstlerische Transformation
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Deutsche Bahn setzt auf Kunst im öffentlichen Raum: Berliner U-Bahn-Stationen erleben künstlerische Transformation

Deutsche Bahn setzt auf Kunst im öffentlichen Raum: Berliner U-Bahn-Stationen erleben künstlerische Transformation

Betty Vanguard

Bei Basa Studio feiern wir die abstrakte, bunte und lebendige Welt der Kunst im öffentlichen Raum. Als die kreative Agentur beMATES uns ansprach, um Künstler für das Qualitätsoffensive-Projekt der Deutschen Bahn zu finden, wussten wir, dass sich eine aufregende Gelegenheit bot, zu zeigen, wie Kunst städtische Umgebungen revitalisieren kann.

Der ambitionierte Umfang des Projekts umfasste die Verschönerung von drei Berliner S-Bahn-Stationen: Wedding, Frankfurter Allee und Bornholmer Straße. Diese groß angelegte Integration von Kunst im öffentlichen Raum erforderte eine sorgfältige Koordination zwischen der Agentur, den Standortmanagern, Architekten und Künstlern.

Hier sind weitere Projekte, die wir in der Vergangenheit realisiert haben.

Keras Kunstwerk auf den Glastüren der S-Bahn-Station Wedding in Berlin.


 

Auswahl und Zusammenarbeit mit Experten im Bereich Kunst


„In den ersten Gesprächen mit beMATES wurde uns schnell klar, dass jede Station sehr unterschiedlich ist… nicht nur hinsichtlich ihrer aktuellen Gegebenheiten (Nachbarschaft, geografische Lage, Größe, Farben, Architektur), sondern auch historisch. Wir wussten also, dass die Herausforderung darin bestehen würde, jede Station mit dem idealen Künstler zu matchen“, sagt Basa Studio Mitbegründerin Charlotte Specht.

Wir wählten sorgfältig drei in Berlin ansässige Künstler aus – Kera, Falk Land und Guillermo S. Quintana –, die jeweils umfangreiche Erfahrung in großflächigen Wandgemälden und Kunstinstallationen im öffentlichen Raum mitbrachten. Ihre Herausforderung bestand darin, graue Betonflächen und schlichte Fenster in lebendige Wahrzeichen zu verwandeln, die die Geschichte und Kultur ihrer jeweiligen Nachbarschaften widerspiegelten. Ihre Aufgabe ging jedoch weit über das bloße Schaffen von Kunst hinaus.

Amanda und Guillermo – zwei Künstler, die dafür verantwortlich waren, eine der Bahnhöfe mit Klebeband zu transformieren. Ihr Kunstwerk im Hintergrund. Foto von Caeiro.
Falk bei der Arbeit in der Frankfurter Allee. Foto von Caeiro.

Keras wunderschönes Wandgemälde in der S-Bahn-Station Wedding in Berlin.



Die Professionalität und Expertise, die alle drei Künstler im Verlauf des Projekts gezeigt haben, kann nicht genug betont werden. Ihre Fähigkeit, mit Architekten, Gebäudemanagern, Projektkoordinatoren und vielen anderen – sowohl vor Ort als auch abseits – zu konsultieren, machte den gesamten Prozess unglaublich reibungslos und letztlich erfolgreich. Dieser kollaborative Ansatz war entscheidend, um die Komplexität der Transformation öffentlicher Räume im geschäftigen U-Bahn-System Berlins zu meistern.

Jeder Künstler brachte nicht nur seine kreative Vision mit, sondern auch ein ausgeprägtes Verständnis für die technischen und logistischen Herausforderungen, die mit großflächigen Kunstprojekten im öffentlichen Raum verbunden sind. Ihre Erfahrung in der Arbeit in städtischen Umfeldern war von unschätzbarem Wert, als sie sich den einzigartigen architektonischen Merkmalen jeder Station widmeten und sicherstellten, dass ihre Kunstwerke nicht nur die Räume verschönerten, sondern auch deren Funktionalität verbesserten.

Diese Kombination aus künstlerischem Talent und professionellen Projektmanagementfähigkeiten war der Schlüssel zum Erfolg der ambitionierten Initiative der Deutschen Bahn. Sie ermöglichte eine nahtlose Integration von Kunst in öffentliche Räume und verwandelte alltägliche Pendelfahrten in ansprechende kulturelle Erlebnisse.


 

Brand Urbanism: Investieren in Gemeinschaft durch Kunst im öffentlichen Raum


 
Das Engagement der Deutschen Bahn, lokale Künstler*innen einzubeziehen, veranschaulicht die wachsende „Brand Urbanism“-Bewegung, bei der Unternehmen mit Städten zusammenarbeiten, um urbane Herausforderungen anzugehen. Durch die Investition in Kunst im öffentlichen Raum verfolgte die Deutsche Bahn folgende Ziele: 

  • Minderung des „Angstraums“ (Angst vor dem Raum) in U-Bahn-Stationen
  • Darstellung lokaler Geschichte und Kultur
  • Reduzierung der Graffiti-Reinigungs Kosten

Interessanterweise hatte die Deutsche Bahn eine Studie zum Thema Angstraum (wörtlich „Angst vor dem Raum“) in Auftrag gegeben. Ein Ziel des Projekts war es, diese Angst oder Anspannung zu beseitigen, die Menschen beim Durchqueren der kalten, grauen Tunnel und Korridore dieser Stationen empfanden.


Von grauen zu bunten Tunneln – Kunst im öffentlichen Raum in Wedding, Berlin. Foto von Kera.
Von grauen zu bunten Tunneln – Kunst im öffentlichen Raum in Wedding, Berlin. Foto von Kera.

 

Die Ironie der Anerkennung von Street Art


 
Ein faszinierender Aspekt dieses Projekts ist die Ironie, dass die Deutsche Bahn, die lange gegen Graffiti an ihren Zügen und Stationen kämpfte, nun Street Art nutzt, um weiterem Vandalismus vorzubeugen. Die BVG und die S-Bahn geben jedes Jahr zwischen 1 und 2 Millionen Euro allein für die Graffiti-Reinigung ihrer Stationen aus. In einem klassischen Fall von „mit denselben Mitteln bekämpfen“, entschieden sie sich, Kunst im öffentlichen Raum zu ihrem Vorteil zu nutzen – eine Win-win-Situation.


 

Keras abstrakte Vision an der Station Wedding


Keras geometrische, haptisch inspirierte Wandgemälde verleihen der Wedding-Station Tiefe und Textur. Durch sorgfältige Planung und architektonische Sensibilität entstand ein Leitsystem, das Pendelnde durch den Raum mit abstrakten Formen und gezielt ausgewählten Farben führt.

Kera erzählte uns, es habe Spaß gemacht, mit der Architektur der Station zu „spielen“, indem die Wände, die Decke gemalt und sogar eine Plastikfolie über einige Fenster gelegt wurde, um die Medien zu mischen. Das Ergebnis, so sagte Kera, sei eine Art Leitsystem, bei dem „mit den abstrakten Formen… man einen Weg durch die U-Bahn-Station findet“.

Bunte Flure in der Wedding-U-Bahn-Station in Berlin.

Bunte Flure in der Wedding-U-Bahn-Station in Berlin.

Keras markante abstrakte und farbenfrohe Striche für die Wedding-U-Bahn-Station.

Keras markante abstrakte und farbenfrohe Striche für die Wedding-U-Bahn-Station.

 

Falk Lands einzigartige Handschrift an der Station Frankfurter Allee


Als Friedrichshainer brachte Falk Land eine persönliche Verbindung zum Projekt an der Station Frankfurter Allee mit. Sein Werk feiert die historischen Wahrzeichen der Gegend und integriert Darstellungen von Statuen aus dem nahegelegenen Volkspark Friedrichshain vor dem Hintergrund des Straßennetzes des Viertels.

Falk Lands Vielseitigkeit in Bezug auf Materialien und Anwendungstechniken machte ihn zur idealen Wahl für dieses Projekt. Seine Vision stimmte perfekt mit dem Wunsch des Auftraggebers überein, den Kontrast zwischen der modernen und historischen Architektur der Station hervorzuheben.

Einige Details einer der Wände in der Station Frankfurter Allee.

Der Künstler arbeitet an seinen Wänden, mit einer Schutzbarriere hinter ihm.

Die Wände, die Falk Land an der Station Frankfurter Allee von außen bemalt hat.




Guillermo S. Quintanas Tape Art an der Station Bornholmer Straße


Guillermo S. Quintanas innovative Nutzung von durchsichtigem Tape Art an der Station Bornholmer Straße schafft ein faszinierendes Zusammenspiel von Licht und Schatten. Sein linearer Stil spiegelt die Geschichte der Station als ehemaliger Grenzpunkt zwischen Ost- und West-Berlin wider.

.„Wir haben Guillermo ins Boot geholt, weil wir wissen, wie innovativ er ist“, sagte Charlotte, Mitgründerin von Basa Studio. „Er war derjenige, der vorschlug, mit durchsichtigem Tape zu arbeiten, weil er sah, wie das Sonnenlicht perfekt mit ihm interagieren würde.“

Guillermo und Amanda's Tape-Art-Installation verwandelt öffentliche Räume mit Licht und Farbe.




Respekt vor bestehender Kunst im öffentlichen Raum


 Die Künstler achteten darauf, ihre Arbeiten harmonisch in das bestehende Umfeld der Stationen zu integrieren. Kera bemerkte beispielsweise beim ersten Scouting der Wedding-Station einige interessante Graffitis und entschloss sich, diese nicht zu übermalen.  

„Es macht keinen Sinn“, sagt er. „Ich möchte keine Probleme mit den Graffiti-Künstlern vor Ort haben… und versuche, einen guten Dialog mit den Künstlern zu führen, damit am Ende alle zufrieden sind.“

Die unteren Wände wurden unberührt gelassen, da Kera die Arbeiten der lokalen Graffiti-Künstler nicht übermalen wollte.


 

The Potential Impact of Art in Public Spaces


Erhöhte kollektive Wirksamkeit:
Die Yale-Studie ergab, dass Anwohner in der Nähe neu installierter Wandgemälde eine stärkere soziale Kohäsion, mehr Vertrauen unter Nachbarn und eine höhere informelle soziale Kontrolle berichteten. In der Studie wurde festgestellt, dass es "eine relative Zunahme der kollektiven Wirksamkeit, einschließlich sozialer Kohäsion, Vertrauen unter Nachbarn und informeller sozialer Kontrolle" gab.
Dies deutet darauf hin, dass die Kunstinstallationen der Deutschen Bahn potenziell ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl rund um die transformierten Stationen fördern könnten.

Verbesserte ästhetische Wahrnehmung des Viertels:
Laut den Forschern der Yale-Studie nahmen die Anwohner eine "relative Zunahme der ästhetischen Qualität des Viertels wahr, einschließlich der allgemeinen ästhetischen Qualität, der Fußgängerumgebung, Bewertungen spezifischer Gebäude und der wahrgenommenen Sicherheit im Viertel." Dieses Ergebnis steht im Einklang mit dem Ziel der Deutschen Bahn, die U-Bahn-Stationen zu verschönern und möglicherweise die Gesamtästhetik der umliegenden Bereiche zu verbessern.

Erhöhte Sicherheitsempfindung:
Die Studie zeigte eine verbesserte Wahrnehmung der Sicherheit in der Nachbarschaft bei Anwohnern in der Nähe öffentlicher Kunstinstallationen. Dies korreliert mit dem Ziel der Deutschen Bahn, den "Angstraum" oder die Angst vor bestimmten öffentlichen Räumen in ihren Stationen zu verringern, was darauf hindeutet, dass die Kunstinstallationen dazu beitragen könnten, dass Pendler sich sicherer in diesen öffentlichen Bereichen fühlen.

Potenzielle Reduzierung von Stigmatisierung:
Interessanterweise beobachteten die Yale-Forscher "eine relative Verringerung (mit statistischer Tendenz) der Stigmatisierung von Personen mit psychischen Gesundheits- oder Suchtproblemen."
Obwohl dies nicht direkt mit dem Projekt der Deutschen Bahn in Verbindung steht, deutet diese Erkenntnis darauf hin, dass Kunst im öffentlichen Raum ein inklusiveres und einfühlsameres Gemeinschaftsgefühl fördern könnte.

Langfristige Vorteile:
Die Yale-Forscher stellten fest, dass diese positiven Effekte über die Zeit hinweg erhalten blieben und sogar in Gebieten mit mehreren Wandmalereien zunahmen. Wie sie feststellten: "Nach fast zwei Jahren berichteten Anwohner, die in einem Umkreis von einer Meile um mehr als ein neu installiertes Wandgemälde lebten, von einer nachhaltigen relativen Zunahme der kollektiven Wirksamkeit" und anderer Vorteile. Dies unterstützt den potenziellen Wert einer kontinuierlichen Investition in Kunstprojekte im öffentlichen Raum, wie sie die Deutsche Bahn mit den Umgestaltungen der Stationen verfolgt.

Kunst im öffentlichen Raum hat das Potenzial, alltägliche Pendlererfahrungen zu bereichern und zu gestalten.

 
 Diese Erkenntnisse der Yale University unterstreichen das weitreichende Potenzial von Projekten wie der künstlerischen Umgestaltung der Berliner U-Bahn-Stationen durch die Deutsche Bahn. Durch die Investition in Kunst im öffentlichen Raum verschönert die Deutsche Bahn nicht nur ihre Infrastruktur, sondern trägt auch dazu bei, stärkere und stärker verbundene Gemeinschaften zu fördern.

 

Blick in die Zukunft der Kunst im öffentlichen Raum


Wenn wir in die Zukunft der Stadtentwicklung und des Gemeinschaftsaufbaus blicken, ebnen Projekte wie die Umgestaltung der Berliner U-Bahn-Stationen durch die Deutsche Bahn, unterstützt durch aufkommende Forschung, den Weg für kreativere, inklusivere und lebendigere öffentliche Räume. Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn, lokalen Künstlern und der Gemeinschaft dient als inspirierendes Modell für andere Städte und Organisationen, die ihre öffentlichen Räume durch Kunst revitalisieren möchten.

Die Transformation der Stationen Wedding, Frankfurter Allee und Bornholmer Strasse stellt mehr dar als nur eine ästhetische Aufwertung. Sie ist ein mutiger Schritt in Richtung einer neuen Vision, wie wir mit unseren alltäglichen Umfeldern interagieren, wie wir Gemeinschaftsbindungen aufbauen und wie wir Kunst kreativ zur Lösung urbaner Herausforderungen einsetzen können.

Wenn Pendler in Berlin diese neu gestalteten Räume erleben, gehen sie nicht einfach nur durch Stationen – sie setzen sich mit einer Vision einer farbenfroheren, vernetzteren und kulturell reicheren urbanen Landschaft auseinander. Die Initiative der Deutschen Bahn steht als Beweis für die Kraft der Kunst im öffentlichen Raum, um nicht nur unsere Städte zu verschönern, sondern auch unsere gemeinsamen Erlebnisse und Wahrnehmungen potenziell neu zu gestalten.

Dieses Projekt eröffnet aufregende Möglichkeiten für die Zukunft der Stadtgestaltung und der Gemeinschaftseinbindung. Es lädt dazu ein, sich eine Welt vorzustellen, in der jede Reise, egal wie alltäglich, eine Gelegenheit zur Inspiration, Verbindung und zur Feier lokaler Kultur und Kreativität sein kann.

Die Kunstinitiative der Deutschen Bahn verwandelt tägliche Pendelfahrten in lebendige kulturelle Erlebnisse. Tape-Art-Station von Guillermo und Amanda. Foto: Caeiro.



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